Weisshorn (4506 m)

Mit Matthias                                                                                               27/08/2009

Weisshornhütte
Die Weisshornhütte

Die Nacht mit viel Schlaf im Bed and Breakfast in Zermatt hat nach 3 anstrengenden Tourentagen gut getan, und so wandern wir mit frischer Energie in ruhigem Tempo die 1500 Höhenmeter von Randa zur Weisshornhütte hinauf, und betrachten die frischverschneiten Gipfel rund um uns herum. Die Hütte ist klein aber gemütlich, und zu unserer Freude treffen wir dort meinen Götti Pius, der als Bergführer unterwegs ist und ebenfalls das Weisshorn zum Ziel hat. So wird der Nachmittag/Abend sehr kurzweilig. Matthias steigt am Abend noch ein wenig auf, um den Weg zu rekognoszieren. Ich bin müde und habe Blasen an den Füssen und bin darum sehr froh, dass er das übernimmt. Am Abend kann ich schlecht einschlafen. Ich habe Respekt vor der Tour und frage mich, ob wir wohl den Einstieg finden würden, jetzt Ende August, wo es erst recht spät hell wird. Und wie werden wohl die Verhältnisse in der steilen Flanke sein mit dem vielen Neuschnee? Kaum bin ich eingeschlafen, heisst es auch schon Aufstehen. Ich esse ein Stück Nutellabrot mehr als ich Hunger habe, und zusammen vielen anderen Seilschaften machen wir uns auf den Weg. Kaum jemand findet den Weg sofort, aber wir gehen nur kurz falsch, bis wir dann den Einstieg ins Rippensystem der Felsschulter finden. Immer noch im Dunkeln kraxeln wir über Felsblöcke und Schutt hoch zum Frühstücksplatz. Nun wird es hell und wir machen kurz halt, um ein Snickers zu essen. Weiter geht es bei Sonnenaufang über den Felsgrat, der schön zu klettern ist, und leichter als ich erwartet habe.

Weisshorn, Ostgrat, Mischabel
Sonnenaufgang am Grat
Weisshorn, Ostgrat
Blick zum Gipfel

Am Ende des Grates steigen wir in die verschneite Flanke. Wir sind die zweite Seilschaft, vor uns steigt ein Walliser Bergführer mit Gast auf und verrichtet die sehr anstrengende Spurarbeit. Wir kommen gut voran, merken aber im obersten Teil die Höhe deutlich, die letzten Höhenmeter wollen verdient sein. Was für ein Gipfel und was für ein Wetter! Nach kurzer Rast machen wir uns auf den Abstieg, der höchste Konzentration fordert. Der Schnee liegt lose, und ein Fehltritt wäre verheerend hier in dieser steilen Flanke.

Weisshorn, Gipfel, Ostgrat
Auf dem Gipfel

Wir erreichen den Felsgrat, wo wir tatsächlich eine Seilschaft treffen, die noch im Aufstieg ist, ein Bergsteiger ist ohne Pickel unterwegs, der andere hat sich mangels Klettergurt am Bauchgurt des Rucksacks angeseilt... Wir steigen über denn Felsgrat zurück und nehmen den mühsamen Abstieg über Schutt und Felsblöcke des Felsriegels in Angriff. Erst jetzt sehen wir, wie abschüssig das Gelände ist, über das wir am Morgen im Dunklen aufgestiegen sind... 

Weisshorn, Ostgrat
Nochmals konzentrieren beim Abstieg (wer sieht den Weg?)

Am Gletscher angekommen, machen wir Pause. Nun können wir es gemütlich nehmen, die schwierigen Stellen sind geschafft und zur Hütte ist es nicht mehr weit. Dort angekommen, legen wir die Sachen zum Trocknen aus und holen etwas Schlaf nach. Wir geniessen es, noch eine Nacht auf der Hütte zu haben und freuen uns über die gelungene Tour. Das Weisshorn ist in meinen Augen optisch einer der schönsten Berge. Lange hatte ich Respekt vor der Besteigung, umso grösser ist die Freude.

Gipfel:            Weisshorn
Route: E-Grat (Normalroute)
Ausgangspunkt: Weisshornhütte
Höhe: 4506 m
Schwierigkeit: ZS, 3a

Karte/Führer:

 

Zermatt Gornergrat/ SAC Führer Walliser Alpen Matterhorn, Dent Blanche, Weisshorn