Flüelibalmdossen - Tropf-Tropf (7b+)

Mit Matthias                                                                                 21.06.14

Mehrseillängen, Melchtal, Flüelibalmdossen, Tropf-Tropf, klettern
Matthias überwindet das Dach in der 4. Seillänge von Tropf-Tropf

Ein zweitägiges Kletter- wochenende im Melchtal steht auf dem Programm. Heute wollen wir es bezüglich Zustieg und Klettermeter eher ruhig angehen und die fünf Seillängen der Route Tropf-Tropf am Flüelibalmdossen klettern. Wir fahren also bei schönem Sommerwetter ins Melchtal, wo wir kurz nach dem Sportlager rechts auf ein Kiessträsschen abbiegen und etwa 500 Meter dem Strässchen folgendend in die Gegenrichtung fahren. Hier parkieren wir und gehen auf dem Strässchen etwa 400 Meter, bis ein mit blauen Punkten und Pfeilen gut markierter Weg den Hang hinauf führt. Hier steigen wir hoch und sind nach wenigen Minuten am Wandfuss, dem wir nach rechts folgen, bis wir zum mit einem Plättchen markierten Einstieg kommen - definitiv einer der kürzesten und bequemsten Zustiege zu einer Mehrseillängenroute! Die erste Seillänge (6a) beginnt mit einem Aufschwund. Dann folgt schöne Leistenkletterei, erst leicht, dann in der Mitte dann schon ziemlich fein - die Absicherung ist auch in dieser leichten Seillänge super. Später wird es steiler aber dank grossen Griffen nie schwer – nur ein Wespennest zwingt einem hier zur Vorsicht... Die Seillänge schliesst mit einem klassischen Mantle auf ein grossen Band beim bequemen Stand ab. In der zweiten Seillänge (7b+) geht es nun richtig los: Vom Stand muss man sich technisch anspruchsvoll zu guten Griffen hocharbeiten, dann folgt ein schwieriger Zug an den Henkel unter dem Dach. Ist dieses überwunden, wird es etwas einfacher, bleibt aber wegen dem steilen Gelände sehr pumpig. Die Kletterei an scharfen Löchern und Leisten ist aber fantastisch! 

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Blick zurück auf die Traverse in der dritten Seillänge

Die nächste Seillänge (6c+) beginnt mit einem Quergang, der auch die Krux enthält. Der Rest ist etwas einfacher aber athletisch und technisch spannend. Die vierte Seillänge (6b) beginnt etwas brüchig (und wieder mit einem Wespennest...), führt dann aber schön und athletisch um/über ein Dach. Etwas leichter geht es weiter über eine Platte und schliesslich an Leisten und Schuppen technisch schön und wenig anstrengend zum Stand. Die letzte Seillänge (6c+) enthält die Schlüsselstelle gleich in den ersten Zügen (wie löst man diese Stelle wenn man klein ist??) Nachher folgt schöne Kletterei an äusserst scharfkantigen Griffen und Strukturen. Mit 50 Meter Halbseilen seilen wir zweimal ab bis zum Wandfuss (wobei es in der letzten Abseillänge nur knapp reicht). Nach einer ausgiebigen Mittagsrast werfen wir einen Blick auf die umliegenden Einseillängenrouten. Ich nutze die Gelegenheit, mit „Naturabeef“ eine super abgesicherte 7a+ vorzusteigen. Sie bietet sehr schöne Kletterei an scharfen Crimps mit einer definierten Crux nach ca. einem Drittel und ist recht soft bewertet (eher 6c+/7a). Nun wollen wir aber Haut und Muskelkraft für die kommende Tour am Ofen (einarmiger Bandit) sparen. So fahren wir zum Hotel Waldhaus Stöckalp, wo wir erst Bier und Kuchen auf der Terrasse geniessen, später dann auch Znacht essen und sehr gut schlafen.

 

Charakter:

 

 

     

 

 

 Super Kletterei mit technischen und athletischen Passagen und     

 sehr guter Absicherung in allen Seillängen. Mit 5 Seillängen  

 leider etwas kurz für eine Reise ins Melchtal, aber wegen dem 

 kurzen Zustieg auch für einen halben Tag geeignet, kann zudem  

 mit den 4 gleich nebenanliegenden Einsseillängen (6a+-7a+)  

 kombiniert werden.

Führer:

 Extrem Ost oder Zentralschweizer Voralpen Südwest