Gastlosen - La fête des pères (7a)

Mit Matthias                                                                                 31.05.14

La fête des pères, klettern, Mehrseillänge, Gastlosen, Vanil de la Gobette
Der Vanil de la Gobette mit dem ungefähren Routen Verlauf von "La fête des pères"

Nach zwei Klettertagen im Klettergarten Rawyl oberhalb von Sion wollen wir heute eine Mehrseillänge klettern. Noch vor dem Hotelfrühstück dafür gestärkt mit Kaffee, Minigipfeli und Pain-Chocolat aus der Bäckerei Zenhäusern fahren wir kurz nach 7 Uhr von Sion talabwärts und über den Colle des Mosses nach Saanen. Dort folgen wir der schmalen Strasse Richtung Mittelberg für einige Kilometer und parkieren nach ein paar markanten Kurven am Strassenrand. Zu Fuss gehen wir auf einem Kiessträsschen los und steigen über einen Pfad in ein Tobel ab, wo wir den Bach überqueren. Nun geht es wieder auf einem steilen Fahrweg aufwärts bis zur Alp Le Ruth. Leider hängen die Wolken tief, so dass wir von der wohl imposanten Umgebung wenig sehen. Von hier queren wir schräg ansteigend den Talkessel, was wegen nassem Gras eher mühsam ist, und gelangen zu Alp Le Savigny. Nun habe sich die Wolken etwas angehoben und geben den Blick auf den Vanil de la Gobette frei, so dass wir können erahnen, wo sich die Route La fête des pères etwa befinden könnte. 

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Die zweite Seillänge bietet knifflige Plattenkletterei

Mehr oder weniger ausgeprägten Wegspuren folgend queren wir hinüber zu Felswand, wo wir am Fuss eines Pfeilers auch schnell den Einstieg finden. Leider ist der Himmel immer noch wolkenverhangen, deshalb ziehen wir uns warm an und packen Daunenjacken ein. Die erste Seillänge (6b) weist gleich am Anfang eine knackige Stelle auf. Die Kletterei ist, wie auch bei den folgenden beiden Längen (6c+, 6b+), sehr knifflig aber selten anstrengend. Es gilt, mit den Füssen die Stellen mit der besten Reibung zu finden und den Körperschwerpunkt zu verschieben, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, wobei man sich manchmal (aber eher selten) an Briefkastenschlitzen festhalten kann. Leider bekommen wir hier oben die Bise immer stärker zu spüren und sonniger ist es auch nicht geworden. 

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Die schöne 5. Seillänge

Nach der für den Grad recht harten vierten Seillänge (6a+), folgt ein sehr schöne Seillänge (6c+), die mit einer Traverse beginnt, bei der sogar abwärts geklettert werden muss. Im zweiten und schwierigeren Teil der Länge geht es dann wieder aufwärts; hier ist die Wand recht steil, bietet aber dafür viele kleine scharfe Käntchen und Löcher – anspruchsvoll, aber eine Freude! Weiter geht es mit der schwersten Seillänge (7a), zuerst an guten Griffen querend, bis dann bald die griff- und trittarme Schlüsselstelle kommt. Wie bisher, sind auch hier die Bohrhaken in den schwierigen Stellen sehr nahe bei einander, während die Abstände in den einfachen Passagen deutlich grösser sind. Hier kann im geschlossen Fels auch selten selber etwas gelegt werden. Nun folgt eine abwechslungsreiche Länge (6c) die auf ein Grasband führt. Wegen der Kälte und der Tatsache, dass vor den schönen Schlusslängen noch eine grasige Passage kommt, beschliessen wir, von hier abzuseilen. Unten am Wandfuss geniessen wir Salami, Brot und Schoggi (und die unterdessen getrockneten warmen Socken J) und steigen dann wieder ins Tal ab. Kurz  bevor wir zur Strasse kommen wird es endlich wieder warm und wir legen uns noch ein paar Minuten in die Sonne, bevor wir dann einen kleinen Umweg über den Jaunpass machend zu unserer nächsten Station in Zweisimmen fahren. Hier stärken wir uns nach Einchecken im Hotel und einer warmen Dusche bei einem exzellenten Nachtessen im Restaurant Bären für die Tour „À la rechèrche de Peter Pan“ am nächsten Tag.

Führer:    Extrem West, Arrampicare in Svizzera

Anreise:

 

  Von Saanen, Zweisimme oder Jaun Richtung Mittelberg, auf ca.  

  1540 m auf der Südseite des Mittelbergpasses parkieren.