Schyegg - Vrenissima (6b+)

Mit Matthias                                                                                                   09.06.14

Black Mamba, Ruchstock, Mehrseillänge, Klettern, Engelberg
Schmelzwasser in der "Black Mamba" zwingt uns nach der 2. Seil- länge zur Umkehr

Nach Klettern der "Via Isabella" und einer Nacht auf der Rugghubelhütte steht die „Black Mamba“ am Ruchstock auf dem Programm. Obwohl die Schmelzwasserstreifen schon von der Hütte aus klar ersichtlich sind, wollen wir einen Versuch wagen. Leider müssen wir dann nach den ersten zwei schönen Seillängen abbrechen, da der weitere Routenverlauf im zunehmend fliessenden Schmelzwasser liegt. Hierhin wollen wir aber zurückkehen, besser wohl wir also im Spätsommmer/Herbst! Nach einem knapp stündigen Zustieg von der Hütte, den zwei Seillängen klettern und wieder abseilen ist es aber noch zu früh, nach Hause zu gehen. So beschliessen wir, eine kurze Route an der Schyegg zu machen, da das sowieso auf dem Rückweg liegt. So steigen und rutschen wir (teilweise auf dem Rucksack sitzend...) über das Schneefeld hinunter und gehen über Geröll und Felsen an der Alp Planggenstafel vorbei auf den Wanderweg Richtung Ristis. 

Schyegg, Vrenissima, Mehrseillänge, klettern, Engelberg
An der Schyegg befinden sich zwei gut abgesicherte Mehrseillängenrouten (6b+ und 5b)

Die Schyegg liegt etwa 200 m von der Wegkreuzung Ristis/Brunnihütte entfernt und von weitem sichtbar. Vom Weg steigen wir also den steilen aber problemlosen Wiesenhang hinauf und steigen kurz nach 12:00 in die „Vrenissima“ ein. Die erste Seillänge (6a) führt durch kompakten geschlossen Fels und ist recht knackig für den Grad. Die Absicherung ist aber in den schwierigen Stellen besonders im Vergleich zu den Routen am Laucherenstock und Ruchstock sehr gut, mit Ausnahme des Anfangs, wo schon vor dem Klippen des ersten Hakens eine knifflige Stelle gelöst werden muss. Weiter geht es mit einer 6b, wiederum in geschlossenen Fels, der vor allem gutes Bewegungsgefühl und Vertrauen in den Schuhgummi verlangt. Nun folgt eine leichtere Seillänge (5b) mit einem für den Grad erstaunlich kniffligen aber spannenden Start, bei dem zuerst gestemmt, dann das Gleichweicht um eine Kante geschoben wird. Es folgt ein leichter Abschnitt, den ich mit einem Friend absichere, da die angebrachte Sanduhrschlinge total zerfetzt ist. Die abschliessende Platte ist dann wieder gut mit Bohrhaken gesichert. Die letzte Seillänge (6b+) startet fordernd in kompaktem Fels. Die Schwierigkeiten bestehen meist darin, den Körperschwerpunkt über den höheren Fuss zu bringen, ohne Griffe für die Hände zu haben. Leider ist der letzte Teil der Route sehr brüchig und der Routenverlauf schwer ersichtlich. Die Route endet aber schön auf einer kleinen Spitze beim Stand der Abseilpiste. Der nächste Abseilstand ist dann schwerer zu finden: er befindet sich nach ca. 40-45 Metern auf einem Grasband von oben gesehen etwas rechts der Abseillinie. Die Piste ist aber sehr gut angelegt, man befindet sich ausserhalb des Steinschlags, der von den Kletterouten kommen könnte. Nach dreimal Abseilen sind wir um 3 Uhr wieder unten. Die Gewitterbewölkung hat etwas zugenommen, ist aber noch immer nicht bedrohlich. Nach eine so heissen Tag wäre ein Gewitter fast willkommen! Nach Zusammenpacken gehen wir zur Station Ristis und geniessen ein Bier auf der Dachterrasse bevor wir die Seilbahn nach Engelberg nehmen, wo gute Hamburger auf uns warten. Nach zweistündiger Fahr in überhitzten Zügen sind wir dann kurz vor halb neun wieder in Baden.

Charakter:

 

 

Abwechslungsreiche Kletterei in meist solidem Kalk. Weniger imposant als die Routen an den grossen Nachbarn Sätteli-, Laucheren- und Ruchstock, dafür leichter erreichbar und besser abgsichert. Gutes Halbtagesziel.

Anreise:

 

Von Engelberg mit der Brunni-Seilbahn nach Ristis, von dort zu Fuss ca. 30 min.
Führer:   Zentralschweizer Voralpen Südwest