Clariden-Überschreitung (3267 m)

Charakter: Lange und dank Gipfelgrat und Übergang beim Tüfelsjoch spannende Tour. Wegen der Nähe zu Hütten und Bergbahnen, die eine Abkürzung oder Aufteilung der Tour ermöglichen ist man hier trotzdem selten alleine - erst recht nicht, wenn der Klausenpass schon geöffnet hat.

Ausgangspunkt: Urnerboden, je nach Stand der Strassenräumung ca. 1400 m

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Bei den Vorfrutter Hüttli (1816 m), im Aufstieg Richtung Klausenpass

Man folgt erst der Passstrasse solange diese geradeaus führt und kürzt dann später die Schlaufen ab. So zieht man an den Vorfrutter Hüttli vorbei Richtung Klausenpass, wobei man sich auf der südlichen Talseite hält und somit etwas oberhalb der Passhöhe an dieser vorbeikommt.

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Blick zurück auf den Urnerboden

Im Zickzack steigt man nun über den meist weiten Hang auf, wobei man in der Routenwahl - abgesehen von ein paar zwingenden Durchschlüpfen durch Felsriegel - relativ frei ist. Bei schlechter Sicht kann die Routenfindung hier knifflig sein.

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Im steileren Teil des Aufstiegs

So kommt man beim Rau Stöckli (2470 m) vorbei in steileres aber nie ausgesetztes Gelände und steigt weiter auf zum Iswändli (2872 m). Dieses ist heutzutage zumindest auf der Seite, über die man aufsteigt stark abgeschmolzen macht bei weitem nicht mehr den steilsten Teil der Tour aus.

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Blick hinunter ins grüne Schächental
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Die beiden Claridengipfel im Sichtfeld ist man von hier bald beim Skidepot

Nun erreicht man flacheres Gelände und die beiden Gipfels des Clariden kommen ins Blickfeld. Weiter geht es zum Chammlijoch (3021 m), bei dem sich die Route mit den Aufstiegsrouten von der Hüfi- und Planurahütte vereint. So erreicht man das Skidepot (3.5 h ab Urnerboden), respektive die Stelle, wo  die Ski für die Überschreitung aufgebunden werden

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Blick vom "Skidepot" über den Hüfifirn

Vom Skidepot hat man bei gutem Wetter eindrückliche Sicht auf den Hüfifirn, Gross Düssi und die anderen Berge rund ums Maderanertal. Zu Fuss steigt man leicht über Schnee und Geröll 100 Höhenmeter zum Westgipfel des Clariden auf.

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Abstieg vom Westgipfel mit Blick zum Hauptgipfel

Ebenfalls leicht aber schon etwas exponierter steigt man nun hinunter in den Sattel zwischen den beiden Gipfeln. Von hier kann man mit entsprechendem Können, guten Routenkenntnissen bei sicheren Bedingungen die Nordwand abfahren.

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Am mit Ketten versehenen Gipfelgrat

Vom Sattel gelangt man nun über den mit Ketten versehenen Grat  zum Hauptgipfel (unser Zeitbedarf mit Pausen 4:20h vom Urnerboden). Bei gutem Wetter sieht man hier bis zu den Walliser Bergen.

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Am Gipfelgrat, Blick zurück zum Westgipfel
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Kurz vor dem Gipfel
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Der Gegenanstieg zum Tüfelsjoch

Vom breiten Gipfel fährt man nach dem Gipfelrast erst relativ steil, dann flacher auf den Claridenfirn am und unter dem Bocktschingel hindurch. Es folgen nun etwa 100 Höhenmeter Gegensteigung zum Tüfelsjoch (2919 m), die man erst mit den Ski, dann zu Fuss über eine mit Eisenbügel versehene Felsstufe überwindet. Auch die ersten Meter Abstieg vom Joch werden zu Fuss mit Hilfe von Ketten zurückgelegt.

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Bick zurück auf den Gipfel und eine Grossteil der Aufstiegsroute (rechts im Bild). Auch die Abfahrtroute durch die Nordwand kann man hier gut überblicken.

Unterhalb der Felsstufe hat man nun zwei Möglichkeit für die Abfahrt: entweder, man wählt das Coiloir östlich des Roten Nossen, oder das westlich davon, wobei man bei letzterem auf Spalten/Seracs achtgeben muss. Bei beiden Varianten aber holt man auf ca. 1950 m weit nach links aus und fährt über die Vorder Chlus zum Urnerboden ab, um die Wildschutzzone zu umgehen.

Unser Zeitbedarf zum Gipfel:

4h20 min inkl. alle Pausen

 

Höhenmeter: Mit Gegenanstieg ca. 2000 m
Schwierigkeiten; Anforderungen:

ZS; Trittsicherheit und Schwindelfreiheiheit

 

Ausrüstung:

 

Am Grat und beim Tüfelsjoch sind Steigeisen - bei eisigen Bedingungen auch Pickel - sehr hilfreich. Seil ist nicht nötig

Kartenmaterial:

Skitourenkarte Klausenpass 246 S