Piz Kesch (3418 m)

Mit Matthias                                                                          05/04/2009

Piz Kesch
Der Piz Kesch

Ein paar freie Tage über Ostern bieten sich wunderbar für eine Skitour auf den Piz Kesch an. Am ersten Tag legen wir den Weg von Davos zur Keschhüte zurück, am zweiten Tag wollen wir zum Gipfel aufsteigen und anschliessend ins Engadin abfahren. Per Postauto gelangen wir ins Sertigtal, von wo wir bei gutem Wetter und angenehmen Temperaturen zum Sertigpass aufsteigen. Von dort machen wir einen kurzen Abstecher aufs Passhöreli und essen Zmittag. Es folgt eine schöne Abfahrt hinunter ins Val Funtauna, wobei Matthias etwas direkter hinunterfährt, um eine längere Abfahrt zu haben, während ich ein bisschen mehr Richtung Hütte ziehe, um den Gegenanstieg zu verkürzen. Dieser zieht sich nämlich auch so noch recht in die Länge, wohl auch deshalb, weil es so richtig heiss ist und die Rucksäcke mit Gletscherausrüstung und Sachen für die Übernachtung etwas voller sind als sonst. Umso schöner ist die Ankunft auf der Hütte, und wir geniessen die Nachmittagssonne bei einem Bier. Auch wenn noch einige andere Tourengänger mit dem gleichen Ziel auf der Hütte sind, ist es doch nicht allzu voll und wir haben eine gute Nacht vor uns. Wir sprechen noch mit dem Hüttenwart über die Spaltensituation auf dem Porchabella-Gletscher, und auch wenn er es vermeidet direkt zu sagen, ein Seil sei nicht notwendig, so hören wir doch heraus, dass die Spalten sehr gut eingeschneit sind. So verzichten wir nächsten Morgen  beim losgehen auf das Seil, ziehen aber die Klettergurte an, um schnell reagieren zu können (ausserdem wissen wir nicht, ob wir sie später bei der leichten Kletterei brauchen würden). 

Sonnenaufang über der Porta d' Es-cha
Sonnenaufang über der Porta d' Es-cha

Es wird bald einmal hell, wir kommen gut voran und sind ein gutes Stück vor den anderen beim Skidepot. Hier verstauen wir die Ski "windsicher" und gehen zu Fuss weiter. Es ist ziemlich steil, aber wir finden guten Trittschnee vor und können mehrheitlich in der Flanke bleiben. Ich war noch nie im Sommer auf dem Piz Kesch, kann mir aber vorstellen, dass es jetzt bei diesen guten Bedingungen sogar leichter ist. Nach einem kurzen Gipfelrast steigen wir wieder zum Skidepot ab (wir wollen ja noch gute Bedingungen für die Abfahrt!). Weil wir so zügig unterwegs sinf, müssen wir zum Glück nur eine Gruppe kreuzen. 

Im Rückwärtsgang runter zum Skidepot
Im Rückwärtsgang runter zum Skidepot

Wieder mit den Ski an den Füssen fahren wir hinunter zu Porta d' Es-cha. In mehreren Tourenberichten hatte ich gelesen, dass man hier abseilen müsse. So bin ich fast etwas enttäuscht, dass eine gut in den steilen Hang gelegte Fussspur über den Absatz hinunterführt. Wir machen einen gemütlichen Rast und grüssen eine Gruppe Italiener in Rennanzüge, die den langen Aufstieg vom Engadin gewählt haben. Dann geht es bei guten Sulzverhältnissen die eher etwas flachen Hänge des ... hinunter. Am Schluss ist der Schnee sehr faul und es gilt, irgendwie hinunter nach... zu kommen. Über die gesamte Tour hinweg gesehen, haben wir aber wirklich gute Verhältnisse. So steigen wir zufrieden in den Zug und fahren nach Davos zurück.