Rimpfischhorn (4199 m)

Mit Armin                                                                                    24/08/14

Rimpfischhorn, Rimpfischsattel, Täschhütte, Mellichgletscher
Das Rimpfischhorn vom Mellichgletscher aus gesehen, rechts im Bild der Rimpfischsattel

Endlich wird wieder einmal ein Wochenende mit stabilem Wetter vorausgesagt. Die Wahl für die zweite Tour des Wochenendes fällt auf das Rimpfischhorn, da auf den meisten Felsgräten für ein genussreiches Klettern zu viel Schnee liegt, die Bedingungen für Touren in Firnflanken und gemischtem Gelände aber geradezu optimal sind. So fahren wir nach der Samstags-Tour auf den Pollux von Zermatt nach Täsch und von dort mit dem Alphubeltaxi zur Täschalp. Nach einer gut stündigen Wanderung durch eine reichhaltige Flora inklusive Edelweiss erreichen wir die Täschhütte, wo es auch gleich Abendessen gibt. Nach etwas Chaos wegen einer doppelten Bettbelegung finden wir ein paar Stunden (unruhigen) Schlaf.

Gipfelanstieg, Rimpfischsattel, Rimpfischhorn
Der Gipfelanstieg vom Rimpfischsattel

Um 3:15 ist Tagwach. Trotz der grossen Anzahl Tourengängern läuft das Frühstücken und Bereitmachen ruhig ab und die sonst so oft erlebte Hektik bleibt aus. Punkt 4 Uhr gehen wir in der Dunkelheit los und steigen über einen meist guten Weg und einige Felsblöcke auf. Einmal kommen wir kurz vom Weg ab, finden aber gleich wieder auf die richtige Seite des Baches zurück und kommen so zum Alphubelgletscher, wo wir die Steigeisen anziehen. Immer noch in der Dunkelheit steigen wir über den Firn zum Sattel auf. Hier ziehen wir sie Steigeisen aus und suchen nach dem Abstieg auf den Mellichgletscher. Nach Konsultation der Karte merken wir, dass wir über Schutt  erst noch weiter Richtung Feekopf hochsteigen müssen, bevor ein gut mit Steinmännchen markierter Weg nach unten führt. Im Nachhinein hätte man wohl besser eine Stelle oberhalb des Sattel direkt unter dem Feekopf angepeilt und so auf dem guten Trittfirn etwas Zeit gespart. Trotzdem sind wir schon um 6:15 auf dem Mellichgletscher wo wir uns anseilen. 

Rimpfischhorn Gipfel, Nebengipfel
Blick vom Gipfel zurück auf den Nebengipfel

Unterdessen ist es endlich hell geworden und wir steigen gemütlich aber stetig Richtung Rimpfischsattel auf - dabei geniessen wir den Blick auf Matterhorn,  BreithornLis- kamm und Monterosa, deren Gipfel nach und nach von der Sonne in rötliches Licht getaucht werden. Wir hingegen gehen im Schatten und trotz drei langen Schichten beginne ich mehr und mehr zu frieren. Der Aufstieg zum Sattel zieht sich dahin. Endlich oben angekommen bläst ein kalter Wind. Zum Glück habe ich meine Primaloftjacke dabei, damit fühlt es sich gleich besser an. Wir verkürzen das Seil und steigen das steile aber dank perfektem Trittfirn gut zu begehende Couloir Richtung Gipfel auf und versuchen dabei, die Durchblutung in den Händen aufrecht zuhalten. Exponiert queren dann wir nach links und steigen immer in Gratnähe über leichte Felsen und in steiler aber guter Schneespur auf. Es folgt eine leichte Kletterpassage, wo wir zwei absteigende Seilschaften kreuzen. Hier wie auch an anderen heiklen Stellen könnte gut an Eisenstiften gesichert werden; bei den perfekten Bedingungen die wir heute haben, begnügen wir uns, das Seil hier und dort um Felszacken zu legen. In gemischtem Gelände gelangen wir zum Vorgipfel und von da über einen kurzen, exponierten Grat zum Hauptgipfel, den wir um 09:20 erreichen.

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Perfekter Trittfirn im Abstieg zum Rimpfischsattel

Wir bleiben kaum 5 Minuten dort, denn obwohl unsere Hände wieder Gefühl haben, schlottern wir vor Kälte. So steigen wir über den gleichen Weg ab, wobei wir einige aufsteigende Seilschaften kreuzen, was aber keine Probleme bereitet. Kurz nach zehn Uhr sind wir wieder unten im Sattel und endlich in der Sonne, es wird wärmer. Vom Sattel wählen wir den Abstieg über die Flue Richtung Zermatt. Über Firn gehts bequem und zügig abwärts bis zu Steilstufe, wo wir erstmals etwas Essen und (eiskalten) Marschtee trinken. Nun muss ein brüchiger Fels- und Schuttriegel überwunden werden, dann gehts wieder über Firnhänge und einige Felsen weiter. Wir montieren nochmals kurz die Steigeisen, um die Pfulwe rechts zu umgehen und steigen dann auf meist schönen Weg und über ein paar Blöcke weiter ab. In idyllischer Landschaft und mit Blick auf Matterhorn, Dent BlancheObergabelhorn, Zinalrothorn und Weisshorn gehen wir am Gasthaus Flue vorbei zur Station Blauherd, wo wir kurz nach zwei Uhr ankommen. 

Rimpfischhorn, Strahlhorn, Adlerhorn
Fast im Ziel - im Hintergrund Rimpfischhorn, Strahlhorn, Adlerhorn

Mit Gondel und Standseilbahn fahren wir nach Zermatt und von dort mit den Zug nach Täsch wo unser Auto steht. Wir wechseln die verschwitzten Kleider und gönnen uns Bier/Cola/Kuchen auf der Gartenterrasse des Hotels Täscherhof, bevor wir dann kurz nach vier Uhr die Heimreise antreten, zufrieden über ein schöne Tour bei perfekten Bedingungen und kaltem aber sonst gutem Wetter. Die Tour aufs Rimpfischhorn bietet keine besonderen (Kletter-) Schwierigkeiten, darf aber - vor allem bei ungünstigen Bedingungen - nicht unterschätzt werden, da man sich beim Gipfelan- und abstieg meist im exponierten Gelände befinden, wo kein Ausrutscher passieren darf.

Gipfel:           Rimpfischhorn
Route: Normalweg von der Westseite

Ausgangspunkt:

 

Täschhütte SAC => Alphubeltaxi zur Täschalp, fährt immer 16:40, 10 Fr./Person, beim Info gegenüber dem Bahnhof anfragen

Höhe: 4199 m
Schwierigkeit: WS
Karte/Führer: Alpinführer Walliser Alpen 4/5