Grand Paradiso (4061 m)

Mit Armin und Jonas                                                                                                                            10-11/04 2026                 

Skihochtour Grand Combin, Fionnay, überschreitung, Traverse, Valsorey, Gra
Gerade noch knapp genügend Schnee im steilen Waldstück

Zustieg zum Rifugio Vittorio Emanuele II Nuovo

Eine Skitour auf den Grand Paradiso stand schon länger auf Wunschliste meines Vaters. Dieses Jahr stimmen endlich die Voraussetzungen, mit genügend Schnee bis ins Tal, niedriger Lawinengefahr, passendem Wetter und freien Plätzen auf der Hütte. Auch mein Bruder Jonas kann sich den Freitag freischaufeln und so reisen wir nach Pont (1960 m) im Aostatal, wo wir kurz nach 14 Uhr mit dem Hüttenaufstieg beginnen. Zuerst flach auf der Talsohle, dann relativ steil dem Wanderweg nach erreichen wir die Alpe Chantè. Der Schnee ist  sehr nass, aber das steile Waldstück gestaltet sich angenehmer als von Weitem  erwartet. Nur ab und zu müssen wir kurz über apere Stellen steigen und einmal ein paar Meter die Ski tragen. Wie immer bei Hüttenzustiegen nehmen wir es gemütlich und geniessen den sonnigen Tag in neuer Umgebung.

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Nach dem Wald wird es flacher (Foto: J. Bürgler)
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Der Schnee bleibt eher knapp (Foto: A. Bürgler)
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Fast da (Foto: A. Bürgler)
Viele Felle trocknen an der Hüttenwand des Rifugio Vittorio Emanuele II Nuovo
Viele Felle trocknen an der Hüttenwand des Rifugio Vittorio Emanuele II Nuovo

Erwartungsgemäss ist die mit 120 Plätzen sehr grosse Hütte schon gut belegt. Wir bekommen ein Zimmer im Wintergebäude nebenan, das sich nur zur Hälfte füllt. Nach einem gemütlichen Nachmittag geniessen wir ein feines Nachtessen mit Pasta, Kartoffelstock mit Fleisch und Erbsen und zum Dessert wahlweise Ananas, Caramelpudding oder Käse. Eine weitere positive Überraschung ist das kostenlose Leitungswasser, das den Aufenthalt deutlich günstiger macht als in anderen Hütten. Nach einer etwas frischen aber angenehmen Nacht frühstücken wir um halb sechs und machen uns bereit für die Tour. Trotz der vielen Tourengängern entsteht überhaupt keine Hektik, denn die fliessenden Frühstückszeiten von 5:30-8:00 sorgen für einen gestaffelten Start und ganz allgemein nehmen es die Leute sehr entspannt.

Viele Felle trocknen an der Hüttenwand des Rifugio Vittorio Emanuele II Nuovo
Start beim Rifugio

Gipfelaufstieg: Als wir kurz nach 6 Uhr losgehen, ist es angenehm warm. In der Spur oder auf der hartgefrorenen Schneedecke daneben steigen wir auf. Das Panorama öffnet sich zunehmend; Mont Blanc und Grandes Jorasses sind unverkennbar.

Auf etwa 3200 m wird das Gelände steiler, und wegen den tiefen hartgefrorenen Gräben der Abfahrtsspuren vom Vortag geht es sich nicht mehr so leicht.

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Anfangs ist es hart aber griffig.
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Allmählich wird es hell (Foto: J. Bürgler)
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Auf ca. 3200 folgt das erste Steilstück über eine vom Gletscher geprägte Felsstufe.
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Tolle Kulisse mit Mont Blanc und Grandes Jorasses (Foto: J. Bürgler)
Endlich an der Sonne, es bleibt aber frisch.
Endlich an der Sonne, es bleibt aber frisch.

Unterdessen ist ein starker Wind aufgekommen und trotz vier langen Schicken am Oberkörper fröstle ich etwas. Der Wind der vergangenen Tage hat  den  in höheren Lagen noch nicht umgewandelten Schnee stark bearbeitet, so dass die Oberfläche  hart und teilweise sogar vereist ist. Harscheisen tun hier einen guten Dienst.

Auch wenn ich mit vielen Leuten gerechnet habe, bin ich doch überrascht über den riesigen Aufmarsch vor, aber auch noch weit nach uns. Es verteilt sich aber sehr gut, man kann praktisch überall überholen und alle sind gut gelaunt und sehr rücksichtsvoll. Der Gletscher ist sehr hervorragend eingeschneit, so dass wir ohne Seil aufsteigen können.

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Der Gipfel ist nicht etwa der hier am höchsten scheinende Punkt, sondern befindet sich links des würfelförmigen Türmlis.
Kurz vor dem Skidepot auf 3850 m
Kurz vor dem Skidepot auf 3850 m

Im Sattel auf ca. 3850 m deponieren wir wie die meisten anderen Skitourengänger unsere Ski  und gehen mit den Steigeisen weiter, denn die Oberfläche ist teilweise so eisig, dass die Abfahrt kein Genuss wäre und ein Skiaufstieg deutlich anstrengender als zu Fuss zu gehen.

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Im Fussaufstieg
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Noch immer viel Wind (Foto: J. Bürgler)
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Andrang bei der Felspassage, dank "Einbahnregelung" entsteht aber überhaupt kein Gedränge.
Ersteigen des Gipfelturms
Ersteigen des Gipfelturms

Schliesslich erreichen wir die Felspassage und gehen/kraxeln vorerst noch unangeseilt bis zum  Gipfelturm, den wir nach einer kurzen Wartezeit über Eisenbügel ersteigen. 

 

Endlich an der Sonne, es bleibt aber frisch.
Gipfelselfie mit Madonna (Foto: J. Bürgler)

Wie toll, gemeinsam die weisse Madonna zu erreichen!

Klar würden wir hier lieber gemütlich und allein auf dem Gipfel sitzen, so wie Eva und ich damals nach der Nordwand, aber dies kann man an einem solchen Tag zur Hochsaison nicht erwarten. Die etwa zehnminütige Wartezeit im "Stau" auf dem Gipfel ist eigentlich genau richtig, um die Aussicht zu geniessen und ein paar Fotos zu schiessen.  Glücklicherweise ist es nun endlich auch fast windstill und von der Temperatur her angenehm.

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Anseilen für den Abstieg vom Gipfel (Foto: A. Bürgler)

Die Pause nutzen wir auch, um uns anzuseilen, denn der Abstieg führt nicht zurück über die Eisenbügel, sondern über einen Grat mit ein paar leichten, aber exponierten Kraxelstellen, die mit gut platzierten  Sauschwänzen abgesichert sind. Dieses  "Einbahnsystem" sorgt dafür, dass sich auf- und absteigende Tourengänger nicht kreuzen, und so kommen ohne weitere Wartezeit zurück zur Firnflanke und über diese zügig zum Skidepot, wo wir eine längere Pause machen.

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Abstieg über den einfachen, aber exponierten Gipfelgrat (Foto: A. Bürgler)
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Nun gehts nur noch runter (Foto: A. Bürgler)

Die Abfahrt ist mehrheitlich genussvoll, braucht aber wegen den eisigen Passagen und den vielen Buckeln im oberen Teil auch etwas Kraft. 

Schliesslich wird der Schnee sulzig, teilweise sogar etwas faul. Bei der Hütte angekommen, machen wir eine ausgiebige Pause, stossen auf die Tour an und packen die hier deponierten Sachen zusammen. Nun bleibt noch die restliche Abfahrt, bei der wir uns auf den letzten 500 Höhenmeter den Weg zwischen aperen Stellen und Sumpfschnee suchen müssen. Etwas müde, aber sehr zufrieden mit der Tour erreichen wir das Auto und machen uns an die Heimreise, wobei wir uns in Martingy ein wohlverdientes Pizza- und Pastaznacht gönnen.

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Fast wie auf der Piste
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Spassige Buckel
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Cheers! (Foto: J. Bürgler)

Gipfel:           Gran Paradiso

Route:

Normalroute über den Glacier du Gran Paradis
Höhe: 4061 m
Ausgangspunkt: Rifugio Vittorio Emanuele II

Ausrüstung:

Skitouren- und Gletscherausrüstung

Routenbeschrieb:

CTC